Mai 25

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Der „Blaue Reiter“ – das blaue Land

By Frank

Mai 25, 2020


Im Blauen Land gehen Natur, Kunst und Kultur eine besondere Verbindung ein. Der Blick über die Seen, die Moore und in die Berge bis hin zur Zugspitze zeichnet diese Region zwischen München und Garmisch-Partenkirchen aus.

Der freie Blick auf die Bergkulisse und die malerischen Farb- und Lichtstimmungen machen den Kopf frei – damals wie heute…

Es war Franc Marc, ein Münchner,

der seiner Wahlheimat den Ehrentitel „Das blaue Land“ verlieh.



Aha! Cool ...

Den Namen 'Der Blaue Reiter' erfanden Franz Marc und Wassily Kandinsky am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf; beide liebten Blau, Mark die Pferde, Wassily die Reiter. So kam der Name von selbst. (Zitat: Wassily Kandinsky)

Die Figur des Reiters kommt von dem Ritter-Heiligen Georg. Das ist der Heilige, der die Jungfrau befreit - und diesen Kampf des Bösen gegen das Gute symbolisiert. Im Blauen Reiter den Kampf der neuen Kunst gegen die alte, überlebte Kunst

Kandinsky, Horse, 1911

Doch wie hat alles begonnen? „Der Blaue Reiter“ findet seinen Ursprung in der Künstlervereinigung, der Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.). Schon bald kommt es jedoch zwischen den Angehörigen zum Bruch – Punkt des Anstoßes ist immer wieder die Kunst Kandinskys und Franz Marcs, der einen ähnlichen Stil verfolgt.

Kritiker unterstellen den Künstlern Schludrigkeit, sehen die expressionistischen Werke als schlampig und drauflos gemalt. Tatsächlich ist die starke Abstraktion wesentlicher Bestandteil der Kunstrichtung. Maler wie Marc und Kandinsky waren davon überzeugt, dass der Mensch eine innere und äußere Erlebniswirklichkeit besitzt, in der sich tatsächlich erlebte Gefühle und Eindrücke unterscheiden.

Der Blaue Reiter löst sich schließlich 1914, nur 3 Jahre nach Gründung wieder auf. Es war der erste Weltkrieg, der die Künstler zu Kampfeinsätzen oder zur Flucht zwang. Gabriele Münters, die der Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ angehörte, übergab anlässlich Ihres 80.Geburtstages 1957 mehr als 1000 Werke an die Stadt München.



Unglaublich

König Ludwig II. auf der Durchreise zu Gast ...

Der wohl berühmteste Gast auf der Durchreise zu seinem nahegelegenen Schloss Linderhof, war König Ludwig II. Er nächtigte gelegentlich in der ehemaligen Posthalterei zu Murnau. Die Vorzüge der Landschaft, der kleinstädtische Flair dieses Städtchens zog weltbekannte Künstler an. Hier fanden die Maler, im speziellen die des „Blauen Reiter“, ihre Motive und die entscheidende künstlerische Entwicklung zum Expressionismus.



Wer waren die herausragenden Künstler vom "Blauen Reiter" ?


Wassily Kandinsky

Der russische Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker wird am 4.12.1866 in Moskau geboren und wuchs in wirtschaftlich gesicherten Verhältnissen auf. Er studiert ab 1886 an der Moskauer Universität Jura und Volkswirtschaft und schließt 1893 erfolgreich mit der Promotion ab, wechselt dann jedoch sein Berufsziel und wird Maler. 1896 übersiedelt er nach München.

Mit den Malstilen, die er in München kennenlernt, ist er zunehmend unzufrieden. Sie wirken auf ihn ausdruckslos und langweilig. 1901 ist Wassily Kandinsky Mitbegründer der Künstlervereinigung „Phalanx“, an deren angeschlossener Schule er unterrichtet. Zu seinen Schülerinnen gehört Gabriele Günther, mir der ihn bald eine Liebesbeziehung verbindet.

Wassily Kandinsky

1911 publiziert Kandinsky in Deutschland seine theoretische Studie über das „Geistige in der Kunst“. In diesem vielfältigen Werk, das für die abstrakte Malerei von grundlegender Bedeutung ist, beschreibt er die psychologischen Effekte der Farbe und die Ähnlichkeiten zwischen Malerei und Musik.

Der Ausbruch des ersten Weltkriegs bedeutete für Kandinsky eine scharfe Zensur. Er verließ Deutschland und kehrte in seine Heimat zurück. Dort lernte er Nina von Andreewsky kennen und heiratete sie. 1944 verstarb er in Neuilly-sur-Seine bei Paris.



Gabriele Münter

Gabriele Münter

Gabriele Münter wird am 19.Februar 1877 in Berlin geboren. Ihre deutsch-amerikanischen Eltern sind wohlhabend und fördern früh ihr künstlerisches Talent. Sie nimmt ab 1897 Zeichenunterricht in Düsseldorf und zieht nach dem Tod beider Eltern und einem zweijährigen Aufenthalt in Amerika schließlich nach München

Dort besuchte sie an der vom russischen Künstler Kandinsky geführten privaten Kunstschule „Phalanx“ Kurse. Sehr bald entwickelte sich eine enge persönliche Beziehung mit Kandinsky. Gemeinsame Studienreisen führten Münter und Kandinsky zwischen 1903 und 1908 durch Europa und bis nach Nordafrika.

Erst 1908 kehrten sie wieder dauerhaft nach München zurück und entdeckten gleichzeitig Murnau als ihren bevorzugten Malort. Hier erwarb Gabriele Münter 1909 von Ihrem Erbe ein Haus. Das „Russenhaus“ wurde Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde.

1908, das Jahr von Abstraktion und Einfühlung, war für Münter und Kandinsky der „Annus mirabilis“ ihres Murnauer Durchbruchs. Münter fasste die Bedeutung dieses Jahres so zusammen: „Ich habe da nach kurzer Qual einen großen Sprung gemacht: vom Abmalen der Natur – mehr oder weniger impressionistisch – zum Fühlen eines Inhalts, zum Abstrahieren, zum Geben des Extrakts.

Vier Fünftel der 250 Portraits, die Gabriele Münter im Laufe Ihres Lebens malte, sind Frauenbildnisse. Bildnismalen ist die kühnste und schwerste, die geistigste, die äußerste Aufgabe für den Künstler, hat die Malerin festgehalten. 1937 wird Gabriele Münters Kunst als entartet bezeichnet und erhält Ausstellungsverbot.

Um 1917 geht die Beziehung mit Kandinsky in die Brüche.



Franz Marc

Der am 8. Februar 1880 in eine Münchner Künstlerfamilie hineingeborener Franz Moritz Wilhelm Marc studierte zwischen 1900 und 1903 an der Münchner Kunstakademie. Nachdem er in den Folgejahren Reisen nach Paris und in die Bretagne unternommen hatte, lernte er in den Jahren 1909 und 1910 Macke und Kandinsky kennen, die seine Malweise enorm beeinflussten.

Marc begann in einem expressiven, farbintensiven Stil zu malen und ließ dabei immer mehr vom Gegenständlichen ab. Seit 1911 war Franz Marc Mitglied der Künstlergruppe "Der blaue Reiter" und nahm an ihren Ausstellungen teil.

Franz Marc

Ab 1914 lebte Marc zurückgezogen in Ried in Oberbayern und meldete sich schließlich freiwillig zum Kriegsdienst. Unglaublich hoch ist der Verlust für die deutsche und internationale Kunst als er 1916 im französischen Verdun im Alter von 36 Jahren fiel.

18 Millionen Dollar wurde im November 2007 für Franz Marcs "Der Wasserfall (Frauen unter einem Wasserfall)" aus dem Jahre 1912 im New Yorker Auktionshaus Sotheby’s gezahlt - eine Rekordsumme für den deutschen Expressionisten. Somit steht die Berühmtheit und Popularität Franz Marcs (1880-1916) außer Frage.

Mit seinen Tierdarstellungen von Hunden, Katzen, Rehen, Kühen, aber besonders Pferden schrieb er Kunstgeschichte: Er ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer des deutschen Expressionismus'. Doch während andere Künstler bis ins hohe Alter malten, beschränkt sich die Zeit in der Marc seine berühmtesten Gemälde schuf auf nur 4 Jahre (1910 - 1914). Bis dahin brauchte er 10 Jahre (1900 - 1910) um seine eigene Form-, Farb- und Ausdruckssprache zu finden.

Marcs stilisierte Tierwelt sucht nicht das Äußere, sondern das Innere, sein Wesen zu zeichnen. Die Tiere zu malen, wie sie fühlen, nicht wie der Mensch sie sieht, das war sein Ziel.



Was gibt es prickelndes zu sehen?


Lenbachhaus in München

Das Lenbachhaus München besitzt die weltweit größte Sammlung zur Kunst des 'Blauen Reiter', einer der wichtigsten Künstlergruppen der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa. Diesen Umstand verdankt das Museum in erster Linie der großzügigen Stiftung von Gabriele Münter, der Malerin und Lebensgefährtin von Wassily Kandinsky bis 1914.

Anlässlich ihres 80. Geburtstages 1957 machte sie dem Lenbachhaus über 1000 Werke des 'Blauen Reiter' zum Geschenk. Darunter befanden sich über 90 Ölbilder von Kandinsky, etwa 330 Aquarelle und Zeichnungen, das druckgraphische Werk, Skizzenbücher und Hinterglasbilder von seiner Hand, zudem über 25 von Münters eigenen Gemälden und zahlreiche Arbeiten auf Papier sowie Werke weiterer bedeutender Künstler wie Franz Marc, August Macke, Paul Klee, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin.

Mit der großartigen Schenkung Gabriele Münters 1957 wurde die Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu einem Museum von Weltrang


Schlossmuseum Murnau

Herzstück des Museums bildet die umfangreichste öffentlich gezeigte Sammlung von Werken Gabriele Münters sowie von Arbeiten der Künstler der “NKVM“ und des "Blauen Reiter“ (u. a. von Wassily Kandinsky, Marianne Werefkin, Alexej Jawlensky, Franz Marc, Heinrich Campendonk).

Die Exponate verdeutlichen, dass sie in Murnau und Umgebung seit 1908 viele ihrer Bildmotive fanden, die bayerische Volkskunst – insbesondere die Hinterglasmalerei – kennenlernten und hier der entscheidende künstlerische Schritt zu einer neuen expressiven Malerei gelang.

Kandinsky verfolgte seinen konsequenten Weg zur gegenstandsfreien Kunst und verbrachte hier mit Marc, Münter und Macke wichtige Arbeitsphasen zur Vorbereitung des Almanachs "Der Blaue Reiter“.

Das Schloßmuseum Murnau wurde 1995 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet.



Schlossmuseum Murnau

Schloßhof 2-5, 

82418 Murnau am Staffelsee




Gabriele Münter Haus (das Russenhaus)

Russenhaus

Gabriele Münter Haus, genannt das "Russenhaus"

Das Münter-Haus in Murnau bezaubert immer wieder Besucher, die kaum glauben können, dass dieser ländliche Ort so eminent wichtig war für die Kunst der Moderne. Da steht es, weiß und himmelblau gestrichen unter seinem großen Walmdach im bunten Garten, den Wassily Kandinsky einst in Lederhosen umgrub.

Sein Zylinder hängt drinnen neben dem Bett, nebenan trägt Gabriele Münters Palette noch die Farbspuren letzter Nutzung. Das Paar verbrachte die Sommer in dem Haus, das Münter 1909 gekauft hatte; sie lebten dort mit selbstbemalten Möbeln und viel Volkskunst, die sie in der Gegend sammelten und die, genauso wie das schöne Alpenvorland, wesentliche Inspirationsquelle wurde für den hier in Oberbayern geborenen Expressionismus des Blauen Reiters und Kandinskys weiteren Weg in die abstrakte Kunst.

Mit Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin hatten sie das verschlafene Örtchen entdeckt, nun kamen auch andere Freunde und Mitstreiter zu Besuch, und man sieht es vor sich, wie 1911 August und Elisabeth Macke, Franz und Maria Marc bei den Redaktionssitzungen für die Programmschrift, den Blaue-Reiter-Almanach, am Tisch in der Essecke diskutieren.



Gabriele Münter Haus

Kottmüllerallee 6, 

82418 Murnau am Staffelsee




Franc Marc Museum

Das Franz Marc Museum wurde 1986 gegründet, um Leben und Werk seines bedeutenden Namensgebers zu würdigen. Franz Marc hat wichtige Perioden seines künstlerischen Schaffens bis zu seinem Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg in der oberbayerischen Landschaft um Kochel am See verbracht.

Tritt man in das Hauptgebäude des Museums, so könnte man glauben, es wäre von Marc selbst bewohnt. Es ist ein intimer Charakter, der das Franz Marc-Museum einen ganz besonderen Charme verleiht. Etwa 160 Exponate werden dort ausgestellt: Ölgemälde – darunter auch Zitronenpferd und Feuerochse –, Holzschnitte und persönliche Gegenstände des Künstlers.

Der private Charakter des Museums, das harmonische Zusammenspiel von Architektur, Sammlung und Präsentation, die Einbettung des Hauses in eine spektakuläre Naturkulisse und die Möglichkeit, den Museumsbesuch mit Aktivitäten in der Umgebung und einem genussvollen Essen zu verbinden, machen das Museum zu einem besonderen Erlebnis.



Franz Marc Museum
Franz-Marc-Park 8-10
82431 Kochel a. See




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About the author

Es ist wertvoller einen Ort im Detail zu erleben, als viele kleine Eindrücke eines unbegreifbaren Ganzen. Genius Loci - den Geist eines Ortes für sich zu entdecken, einzufangen und zu erleben. Wahrnehmen - verstehen - genießen! Als diplomierter Wirtschaftsingenieur mit zusätzlichem MBA-Studium an renommierter Universität in England (EMBA, EQUIS und AACSB akkreditiert) habe ich mehr als 30 Jahre auf C-Level (Vorstand Marketing und Vertrieb weltweit) für andere oft überraschende Wege zum Erfolg aufgezeigt.

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