Juli 3

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Olympiapark – statisches und optisches Meisterwerk

By Frank

Juli 3, 2020


Es ist eines der schönsten und elegantesten Werke der Architektur des 20. Jahrhunderts.

Stabil und leicht, beschwingt und einladend, schützend und anziehend gleichermaßen. Ein echter Geniestreich. Das Dach wurde vom Institut für Leichte Flächentragwerke der Universität Stuttgart unter Leitung von Frei Otto entworfen. Sie suchten die einfachsten Formen. Dazu haben sie experimentiert und beobachtet.



Zurücklehnen, Augen zu und entspannt zuhören...



Aha! Cool ...


Es war einmal ein Verkehrsflughafen ...

Auf dem einst flachen Oberwiesenfeld, den Baugrund für den heutigen Olympiapark, befand sich bis 1938 der Verkehrsflughafen München-Oberwiesenfeld, dann der frühere Exerzierplatz der bayerischen Armee, später Flugfeld der US-Army. Nach 1945 entstand einer der drei Münchener Trümmerschuttbergen, deren Material aus der stark kriegszerstörten Stadt herangefahren wurde. Die Halde auf dem Oberwiesenfeld wurde 56 Meter hoch und enthielt 10.000.000 Kubikmeter Schutt...



Olympia-Park

Der Olympiapark gehört zu den beeindruckendsten und beliebtesten Orten Münchens. Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 angelegt, finden sich hier einige der wichtigsten Bauwerke der bayerischen Landeshauptstadt: Das Olympiastadion, die Olympiahalle und der Olympiaturm.

Auf dem Olympiapark fanden bereits weit über 10.000 Veranstaltungen statt: insgesamt mehr als 100 Welt-, Europa- und deutsche Meisterschaften sowie zahlreiche weitere Events wie Konzerte, Messen, Ausstellungen, etc..

Der Architekt Günter Behnisch hatte die Idee, die Sportstätten mit See und angrenzenden Hügeln in eine „Olympische Landschaft" umzuwandeln.


Olympia Park im Gesamtüberblick

Der Olympiapark markiert einen großen Wendepunkt in der Münchner Gartenkunst. Der leitende Kasseler Landschaftsarchitekt Günther Grzimek stellte den Olympiapark in den Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs der 1960er Jahre. 

Das Motto der „Besitzergreifung des Rasens" drückt die Aneignung durch die Bevölkerung als emanzipatorischen Prozess aus. Der Park wird zum Ort gesellschaftlicher Freiheit. Die Benutzbarkeit der städtischen Freiflächen sollte im Vordergrund stehen, und nicht eine abstrakte Idee. Der Park wird zum Ort gesellschaftlicher Freiheit. Damit orientiert sich Günther Grzimek, der leitende Kasseler Landschaftsarchitekt, ebenfalls am Ideal der Demokratie.


Mit 160 Hektar gehört der Olympiapark zu den größten Grünanlagen Münchens.




Unglaublich


Zeltdach-Konstruktion - Mathematik pur ...

Charakteristisch für den Olympiapark ist die Zeltdachkonstruktion, die zur Zeit ihrer Errichtung als eine optische und statische Sensation galt. Die 74.800 m² große, auf 58 Stahlmasten hängende und aus lichtdurchlässigem Plexiglas bestehende Konstruktion überspannt das Olympiastadion, die Olympiahalle und die Olympia-Schwimmhalle. Ursprünglich projizierte Kosten waren 37 Millionen Mark, tatsächliche Kosten beliefen sich auf 202 Millionen Mark.

Die Zeltdach-Konstruktion des Münchner Olympiastadions war damals eine architektonische Sensation, etwas völlig Neues! Das transparente Dach sollte Leichtigkeit und Offenheit symbolisieren. Voraussetzung war, dass das Dach auf jeden Fall lichtdurchlässig sein sollte. Schließlich wollten die Veranstalter die Olympischen Spielim gerade gestarteten Farbfernsehen übertragen und benötigten dafür viel LichtEine Holz- oder eine Betondachkonstruktion schieden folglich schon mal aus.

Im Gegensatz zu vielen anderen Stadien fügt sich das Münchner Olympiastadion durch das geschwungene Zeltdach harmonisch in die umliegende Landschaft des hügeligen Olympiaparks ein. Betrachtet man die riesige gewölbte Fläche, scheint es an ein Wunder zu grenzen, dass die Konstruktion überhaupt steht. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Sportstadien wirkt das Olympiastadion in München überhaupt nicht protzig.



Planung und Umsetzung der Idee

Beobachtet haben sie – Seifenblasenhäute! Ja, sie haben mit Seifenblasen gespielt, ganz ähnlich wie wir als Kinder. Sie haben sich aber nicht auf kugelförmige Gebilde beschränkt, sondern alle möglichen Drahtgestelle in die Seifenlauge getaucht und beobachtet, was dabei herauskommt.

In der Seifenhautform steckt Mathematik, die Mathematik der Minimalflächen. Seifenlauge hat nämlich eine „mathematische" Eigenschaft. Es ist zwar nur eine einzige, aber die realisiert sie konsequent und kompromisslos: Sie bildet sich immer so, dass ihre Oberfläche so klein als möglich ist.

Die Mathematik der Minimalflächen ist ausgesprochen schwierig, man muss komplizierteste Differentialgleichungen lösen. Letztlich sind die mathematischen Formeln auch nur Ausdruck der Stabilität und der unübertroffenen Eleganz des Olympiadachs.

Die Stuttgarter haben damals Tausende von Versuche gemacht, alle dokumentiert und dann die angemessene Form für das Olympiadach ausgesucht – wie vorher für den deutschen Pavillon der Weltausstellung in Montreal (1967).




Was gibt es prickelndes zu sehen?


SEA-LIFE Aquarium

Sealife;                                                                                                                Quelle: Süddeutsche Zeitung

Im Sea Life Center im Olympiapark tauchen Besucher in die Unterwasserwelt ein - ganz ohne nass zu werden. 

In über 33 Becken mit 700.000 Litern Wasser werden auf 2.200 Quadratmetern über 3.000 Meeresbewohner aus 150 Arten gehalten.

Durch ein 400.000 Liter fassendes tropisches Becken führt ein zehn Meter langer Unterwassertunnel aus Acrylglas. Die Besucher erwarten 15 thematisierte Unterwasserwelten mit der größten Hai-Vielfalt Deutschlands mit mehr als 20 verschiedenen Arten und weitere wechselnde Themenwelten.

Das Sea Life lockt mit einigen Spezialangeboten - wie wäre es mal mit einem Dinner zu zweit bei Kerzenschein neben dem Panoramafenster, hinter dem Fische gemächlich vorbeiziehen? Ein 3-Gänge-Menü und ein exklusiver Rundgang warten auf Verliebte...


Olympiaturm - das höchste Gebäude Münchens

Der Turm steht auf dem Gelände des Olympiaparks und beherbergt den Fernsehturm, ein Drehrestaurant und das Rockmuseum. Mitsamt seiner Antenne misst er 291,28 Meter und ist somit das zweithöchste Gebäude Bayerns. 2 500 Tonnen Stahl und Beton wurden verarbeitet bis 1968 der Turm eröffnet wurde.

Zwei Aufzüge fahren bis auf eine Höhe von 185 Metern und bringen Sie mit sieben Metern pro Sekunde über die Dächer der Stadt. Auf drei unterschiedlich hoch gelegenen Aussichtsplattformen hat man bei guter Witterung eine Sicht bis zu den Alpen und einen unübertrefflichen Ausblick auf die gesamte Isarmetropole München.

Olympiaturm am Abend

Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, führt innerhalb des Turmes eine Treppe mit 1230 Stufen nach oben. Die schier endlose Treppe konnten Sportler in der Vergangenheit beim Münchner Olympiaturmlauf bezwingen.

Unter der Besucherplattform ist das Restaurant 181 untergebracht, das sich - wie der Name schon sagt - auf exakt 181 Metern Höhe befindet. Innerhalb von 53 Minuten dreht es sich einmal um die eigene Achse und bietet einen herrlichen Blick auf das Münchner Stadtpanorama.


Ein besonderes Erlebnis ist der Olympiaturm in den Abendstunden:

Der Anblick des Sonnenuntergangs über München

ist Romantik pur.




Spiridon-Louis-Ring 21

80809 München




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About the author

Es ist wertvoller einen Ort im Detail zu erleben, als viele kleine Eindrücke eines unbegreifbaren Ganzen. Genius Loci - den Geist eines Ortes für sich zu entdecken, einzufangen und zu erleben. Wahrnehmen - verstehen - genießen! Als diplomierter Wirtschaftsingenieur mit zusätzlichem MBA-Studium an renommierter Universität in England (EMBA, EQUIS und AACSB akkreditiert) habe ich mehr als 30 Jahre auf C-Level (Vorstand Marketing und Vertrieb weltweit) für andere oft überraschende Wege zum Erfolg aufgezeigt.

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