Mai 24

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Schloss Nymphenburg – die königliche Sommerfrische

By Frank

Mai 24, 2020


Schloss Nymphenburg ist in seiner schlichten Eleganz eines der schönsten Schlösser Europas. Zu jeder Jahreszeit entfaltet es seinen besonderen Charme. Der älteste Teil der weitläufigen Anlage ist der Mitteltrakt, ein fünfgeschossiger Würfelbau, der 1664 nach italienischem Vorbild von Agostini Barelli errichtet wurde. 

Erst der Sohn Max Emanuel machte, unter der Bauleitung von Enrico Zuccali, daraus einen weitläufigen Palast mit großen Bogenfenstern, Seitenflügeln, einem künstlichen Wasserlauf und einem französisch strengen Park. Hier konnte man nun standesgemäß Hof halten und rauschende Hoffeste feiern.



Als dritter Architekt wurde Antonio Viscardi zu Beginn des 18 Jahrhunderts in Nymphenburg tätig; das heutige Erscheinungsbild verdankt sich aber im Wesentlichen Joseph Effner, der die Kanäle und das Rondell anlegte. Vorbilder für den ursprünglichen Barockgarten waren die französischen Gärten von Schloss Vaux-le-Vicomte und Schloss Versailles.



Aha! Cool ...

Zehn Jahre lang mussten Ferdinand Maria von Bayern und Henriette Adelaide von Savoyen auf einen Nachfolger warten, bis ihnen 1662 der Thronerbe Max Emanuel geboren wurde. Der Kurfürst war darüber so glücklich, dass er seiner Frau nicht nur eine, sondern gleich drei Hofmarken schenkte.

Was heute ein Ferienhäuschen in den Bergen oder am See ist, war den barocken Fürsten die Sommerresidenz. Die Gründung von Schloss Nymphenburg als Sommerresidenz ist der Geburt des langersehnten Thronerben Max Emanuel zu verdanken, der dem bayerischen Kurfürstenpaar Ferdinand Maria und Henriette Adelaide von Savoyen nach zehnjähriger Ehe 1662 geschenkt wurde.

Während die Residenz in der Innenstadt eher für Macht und Regierung steht, war die Sommerresidenz in Nymphenburg über Generationen hinweg der Kumulationspunkt der herrschenden Familie. Von Mai bis September zog es die Wittelsbacher samt Hofstaat hinaus in dieses Schloss, das damals noch weit vor den Toren der Stadt lag. Jede Generation hinterließ hier durch Um- oder Anbauten ihre Spuren.

Dank seiner königlichen Geschichte gehört Nymphenburg zudem zu den grünsten Vierteln der Stadt: 180 Hektar hat allein der Schlosspark, so dass trotz zahlreicher Besucher genug Platz für Freilauf bleibt. Der Park versteht sich als eine Art Gegenentwurf zum Englischen Garten. Zudem gehört der Botanische Garten mit seinen exotischen Pflanzen ebenso zu Nymphenburg wie der Hirschgarten



Unglaublich

Badenburg


Badenburg - ein barockes Prunkbad...

Ein barockes Prunkbad mit italienischen und türkischen Wurzeln. 1718 nach seiner Rückkehr aus Italien, beginnt Hofbaumeister Josepf Effner mit dem Bau der Badenburg. Mit der Länge von 870cm, der Breite von 610cm und der Wassertiefe von 145 Zentimeter ist es sicher das grösste fürstliche Innenraumbad der europäischen barocken Welt um 1700.  Joseph Effner schuf damit das erste beheizbare Hallenbad der Neuzeit, das mit seinem reichen Dekor fasziniert.

Nur die islamische Kultur hat die alte Badetradition der Römer weiter kultiviert und ist wahrscheinlich mit Auslöser für den Bau der Badenburg. Kurfürst Max Emanuel muss diese Badekultur seit seinen Feldzügen im kaiserlichen Heer gegen die Osmanen kennen. Interessant - während der Kurfürst unten seine Laufbäder nahm, wurde es ihm vermutlich etwas langweilig, und so war sein Hofstaat für seine Unterhaltung oben auf der Galerie zuständig.

Heute liegt die Badenburg idyllisch am grossen See des Nymphenburger Parks.



Was gibt es prickelndes zu sehen?

Die Schönheit des Schlosses erschließt sich vor allem auch aus dem Zusammenspiel von Architektur und Wasser. Die Gebäudefront, knapp einen halben Kilometer breit, präsentiert sich in seiner ganzen Erhabenheit - selten wird absolutistische Macht beeindruckender zur Schau gestellt, als hier. Der 1500 Meter lange Schlosskanal leitet optisch auf den Mittelbau zu und weitet sich vor ihm zu einem Wasserbecken mit Springbrunnen in dem sich das Schloss spiegelt.

Seinerzeit wurde sogar eine Gondel beschafft, mit der die adlige Gesellschaft auf dem Kanal auf- und abfuhr. Noch heute werden Gondoliere Fahrten zu besonderen Anlässen angeboten.

Die kunstvolle Verknüpfung von formalem Garten und Landschaftspark gilt als Meisterwerk der Gartenkunst und macht die Gesamtanlage aus Schloss und Park zu einer vielbesuchten Attraktion.


Die Schönheit des Schlosses erschließt sich vor allem auch aus dem Zusammenspiel von Architektur und Wasser. Die Gebäudefront, knapp einen halben Kilometer breit, präsentiert sich in seiner ganzen Erhabenheit - selten wird absolutistische Macht beeindruckender zur Schau gestellt, als hier. Der 1500 Meter lange Schlosskanal leitet optisch auf den Mittelbau zu und weitet sich vor ihm zu einem Wasserbecken mit Springbrunnen in dem sich das Schloss spiegelt.

Gondel im Schlossgarten Nymphenburg

Seinerzeit wurde sogar eine Gondel beschafft, mit der die adlige Gesellschaft auf dem Kanal auf- und abfuhr. Noch heute werden Gondoliere Fahrten zu besonderen Anlässen angeboten.

Die kunstvolle Verknüpfung von formalem Garten und Landschaftspark gilt als Meisterwerk der Gartenkunst und macht die Gesamtanlage aus Schloss und Park zu einer vielbesuchten Attraktion (ca. 300.000 Besucher pro Jahr).



Pagodenburg - Tea-Time im Schlosspark Nymphenburg

Als zweistöckigen Teepavillon ließ Kurfürst Max Emanuel die Pagodenburg errichten. Sie wurde für exklusive Feste in entspannter Atmosphäre genutzt und gehört zu den hervorragenden Zeugnissen europäischer Chinamode. Wie eingangs schon erwähnt, ihr Zweck sei die Erfrischung und der Kleiderwechsel der fürstlichen Gäste nach dem Mailspiel, einem damals beliebten französischen Kugelspiel, ähnlich wie Golf, das hinter der Pagodenburg stattfindet. Der barocke Gartenplan zeigt diese mehrere hundert Meter langen Mailbahn Richtung Norden.

Die Pagodenburg zeigt sich aussen als klassisches barockes Gebäude ohne jeden Anklang an Fernost. Anders im Innern. Hier sind die Bezüge zu China vor allem in den Appartement-Räumen des Obergeschosses unübersehbar. Exotischer Charakter wird schon im Erdgeschoss mit den «Delfter Kacheln», den aus Rotterdam stammenden Fayenceplatten, angedeutet. Ihre blauen Malereien auf weissem Grund sind dem chinesischen Import-Porzellan nachgeahmt.

Die Pagodenburg ist, wie der eingangs geschilderte Verwendungszweck und ihr Bezug zum Garten der Nymphenburg andeutet, ein Gartenlusthaus. Im französischen Sprachgebrauch nennt man das Gartenlusthaus «pavillon» oder «folie», manchmal auch «pavillon de plaisance», nie aber «maison de plaisance»



Amalienburg - Hochbalkon für das höfische Jagdtreiben

Amalienburg

Jede Schlossanlage braucht ein Lust- und Jagdschlösschen. Die Amalienburg zählt zu den kostbarsten Schöpfungen des europäischen Rokoko. Grundriss, Außenbau und Raumfolge formen ein Gesamtkunstwerk von erlesener Schönheit. Das kleine Lust- und Jagdschlösschen war ein Geschenk von Kurfürst Karl Albrecht an seine Gemahlin Maria Amalia, eine Tochter des österreichischen Kaisers Joseph I.

Der mit fast fünf Metern Durchmesser auf dem ansonsten abgeschrägten Dach des Lustschlösschens unweit des Nymphenburger Hauptschlosses platzierte Balkon war nie als Sonnenterrasse gedacht oder gar für Mahlzeiten im Freien - sondern einzig für die Fasanenjagd. Der Wittelsbacher ließ der Habsburgerin von 1734 an das Jagdschlösschen Amalienburg in den Nymphenburger Park bauen, mit extra Hundekammer samt Waffenschränken, die genauso im höfischen Rokoko-Stil gehalten waren, wie ein großer Spiegelsaal für Feste, Jagdzimmer, Prunkküche und anderen Schnickschnack.



Rund 300 000 Besucher besuchen Jahr für Jahr die prachtvolle Sommerresidenz, 

und der ausgedehnte Park mit seinen malerischen Burgen und Wasserflächen

zählt zu den wertvollsten Naherholungsflächen in der Stadt.




Schloss Nymphenburg

Schloß Nymphenburg 1

80638 München


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About the author

Es ist wertvoller einen Ort im Detail zu erleben, als viele kleine Eindrücke eines unbegreifbaren Ganzen. Genius Loci - den Geist eines Ortes für sich zu entdecken, einzufangen und zu erleben. Wahrnehmen - verstehen - genießen! Als diplomierter Wirtschaftsingenieur mit zusätzlichem MBA-Studium an renommierter Universität in England (EMBA, EQUIS und AACSB akkreditiert) habe ich mehr als 30 Jahre auf C-Level (Vorstand Marketing und Vertrieb weltweit) für andere oft überraschende Wege zum Erfolg aufgezeigt.

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